In einem Internetforum wurde ein Schreiben veröffentlicht, das angeblich von Manuel Kraschinski stammen soll, seines Zeichens Bundesgeschäftsführer der Interim Patei Deutschland (IPD). Darin heißt es, der 1. Vorsitzende der Partei, Edgar Ludowici, sei aus dem Präsidium und der Partei selbst ausgetreten.
Edgar Romano Ludowici hat eine beeindruckende Biographie: als Graf von und zu war er unter anderem Erster Bürgermeister Hamburgs und Innenminister. Zuletzt auch Bundesparteivorsitzender. Daß sich trotzdem niemand wirklich für seinen Rücktritt als Parteivorsitzender interessiert, liegt vielleicht daran, daß Ludowici die meisten seiner hohen Posten natürlich nicht in der Realität bekleidete, sondern in seiner “Reichsphantasie”.
Denn Ludowici trat als “Erster Bürgermeister” des “Reichslandes Freistaat Freie und Hansestadt Hamburg” sowie als “Reichsminister des Inneren” bei der “Exilregierung des 2.ten Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937″ auf. Sein Grafen-Titel (Graf von Roit zu Hoya) ist tatsächlich nicht mehr als ein “Künstlername”, den man quasi als Gratis-Geschenk dazu bekommt, wenn man bei ebay ein Stück Moorland “aus dem ehemaligen Herrschaftsbereich des Grafen von Hoya” erwirbt – für 299 EUR. Sein Doktortitel, den er von einer obskuren “Cosmopolitan University” erworben hat, ist ebenso falsch wie seine Bezeichnung als “Rechtsanwalt” und “Arzt”.
Auch als Großer Vorsitzender der Interim Partei Deutsches ReichDeutschland (IPD) machte Ludowici, der als Vorstandsmitglied des Rechtsnormen-Schutzverein deutsche Gerichte terrorisiert, keine sonderlich seriöse Figur.
Nun scheint jedenfalls seine “Karriere” als Großer Vorsitzender der IPD vorbei zu sein.
Darauf läßt jedenfalls ein – undatiertes – Schreiben schließen, das angeblich vom Bundesgeschäftsführer und Spitzendkandidaten der IPD bei der letzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Manuel Kraschinski, stammen soll.
Darin heißt es unter anderem, Ludowici sei – neben anderen Mitgliedern des IPD-Bundesvorstands – am 23.01.2010 aus dem Vorstand und darüber hinaus sogar aus der IPD selbst ausgetreten. Ob das Schreiben, das an die “Mitgliederinnen und Mitglieder” der IPD gerichtet und mit “Generationenwechsel” überschrieben ist, allerdings tatsächlich authentisch ist, ist noch nicht bekannt. Jedoch findet sich auf der neu gestalteten Internetseite der IPD der Name Ludowici nicht mehr unter den Vorstandsmitgliedern.
Auf den ersten Blick scheint die IPD den Zusatz “Das reicht!” – den man noch als kleinen Hinweis auf die Träumerei vom Deutschen Reich hätte sehen können - auf der neu gestalteten Internetseite übrigens nicht mehr zu verwenden. Stattdessen findet sich unter dem Parteilogo der Zusatz “Die Basisdemokraten”, welche “Grenzen für Politik, Justiz, Kapital und Wirtschaft” zu fordern scheinen. Jedenfalls im Impressum der Seite wird die Bezeichnung “IPD Interim Partei Deutschland DAS REICHT!” jedoch weiterhin verwendet.
Bis Juni 2010 solle nun eine außerordentliche Mitgliederversammlung der IPD durchgeführt werden, um “mit den Mitgliedern einen möglichen, künftigen Kurs abzustimmen”, heißt es in dem Schreiben.
Welche Gründe genau hinter dem “Generationenwechsel” stecken, wird vermutlich nie bekannt werden, weshalb an dieser Stelle kurz spekuliert werden soll. So könnte man annehmen, Ludowici sei aufgrund seiner “besonderen Art” und seiner schillernden reichsdeutschen Vergangenheit für Kraschinski & Co. zu einer Belastung geworden. Ohne Ludowici könnte zum einen versucht werden, den Anschein einer “seriösen Protestpartei” zu erwecken, was im Landtagswahlkampf in Schlesweig-Holstein noch gründlich mißlungen war. Zum anderen könnte eine weitere Orientierung “nach rechts” erfolgen, da die IPD dort teilweise auch aufgrund Ludowicis Vergangenheit in diversen “Reichsregierungen” auf Skepsis gestoßen war.
Welche Auswirkungen Ludowicis angeblicher Rücktritt auf seine Tätigkeit im RNSV hat, ist bislang nicht bekannt. Dessen Homepage enthält zur Zeit lediglich den schlichten Hinweis “Home wird überarbeitet”.


