Wer zahlt meine Geldstrafe?

Wegen Beleidigung wurde der selbsternannte „Rechtbeistand“ Werner Peters am 09.12.2008 vom Amtsgericht Reutlingen zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 4.000 EUR verurteilt. Zahlen sollen diese seine Anhänger.

Achtung: dringende Hilfe erbeten!“ war am 21.07.2009 kurzzeitig auf der Internetseite von Werner Peters zu lesen. Die „Unrechtsjustiz“ wolle ihn hinter Gittern sehen, wenn er nicht „bis spätestens morgen 09:00 Uhr“ 4.000 EUR auftreibe.

Lasst mich bitte nicht im Stich….„, bettelte der sonst so großspurige „Rechtbeistand“ kleinlaut, der an anderer Stelle auch als „Freier Berater & Edelmetall-Spezialist“ auftritt (Screenshot).

Was war geschehen?

Das Amtsgericht Reutlingen hatte Peters am 09.12.2008 wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 40 EUR verurteilt (Az: 4 Ds 21 Js 11060/08). Die Rechtskraft trat am 17.02.2009 ein. Zwar behauptete Peters in seinem Hilferuf, er habe „alles getan, um diese Sache abzuwenden„. Doch ganz offensichtlich wollte oder konnte Peters die Geldstrafe nicht bezahlen. Rechtsmittel hat er allem Anschein nach ebenfalls nicht eingelegt. Und mit der zuständigen Strafvollstreckungsabteilung der Staatsanwaltschaft Tübingen hat er offenbar ebenfalls keinen Kontakt aufgenommen. Alles getan?

Jedenfalls erging mit Datum vom 13.07.2009 ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Tübingen gegen Werner Peters („Staatsangehörigkeit: deutsch“), in dem mitgeteilt wurde, daß die Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstrafe angeordnet worden sei: 100 Tage Aufenthalt in der „nächste(n) Justizvollzugsanstalt“; all inclusive, versteht sich. „Die Verhaftung unterbleibt bei Zahlungsnachweis„, heißt es in dem von Peters veröffentlichten Vollstreckungshaftbefehl.

Auch jetzt, einen erneuten Aufenthalt auf Staatskosten vor Augen, wollte oder konnte Peters die Geldstrafe (und die inzwischen aufgelaufenen Kosten; insgesamt ein Betrag in Höhe von 4.137,50 EUR) nicht aus eigenen Mitteln bezahlen. Stattdessen der Hilferuf auf seiner Internetseite mit Datum vom „Dienstag, 20. Juli 2009, 09.40 Uhr“ (Screenshot). Diesen überarbeitete Peters später, indem er freundlicherweise noch die Kontoverbindung der Staatsanwaltschaft angab und flehte: „Bitte keine Teilbeträge einzahlen, nur den Gesamtbetrag“ (Screenshot).

Vielleicht damit sich das ganze nicht zu jämmerlich anhörte, fügte Peters seinem Bettelaufruf am Ende noch hinzu:

Ich werde nicht irgendwohin „fliehen“ und mich verstecken. Dieser Gedanke ist für mich völlig abwägig! Ich stelle mich diesem „Unrechtssystem“, auch wenn ich in den Knast wandern muss!

Nun ja, so ganz ernst scheint Peters das nicht gemeint zu haben, daß er sich dem „Unrechtssystem“ stellt. Warum sollte er sonst diesen Hilferuf starten?

Wie auch immer: inzwischen ist der Spendenaufruf von seiner Internetseite verschwunden – und Peters offenbar noch immer in Freiheit. Sollte er tatsächlich einen Dummen gefunden haben, der für ihn die Geldstrafe zahlt?

Nachtrag vom 08.08.2009:

Peters‘ Seite wurde letztmalig offenbar am 26.07.2009 aktualisiert…

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