Chronistenpflicht: Das „Deutsche Reich“ auf Koks

Im Oktober und Dezember 2010 berichtete „angereichert“ über einen umfangreichen Drogen-Prozeß vor dem Stuttgarter Landgericht, bei dem einer der „Verteidiger“ die üblichen Thesen vom angeblichen Fortbestand des „Deutschen Reiches“ vorbrachte. Inzwischen ist das Urteil gefallen.

2 1/2 Jahre Haft verhängte das Landgericht Stuttgart gegen einen 42jähriger Unternehmer. Das Gericht hielt es für erwiesen, daß der Angeklagte „große Mengen Kokain“ von einem Dealer gekauft hat.

Die Urteilsverkündung erfolgte am 23.05.2011, nachdem sie mehrmals verschoben worden war. Das Urteil ist offenbar nicht rechtskräftig, jedenfalls hatte laut einem Bericht der „Backnanger Kreiszeitung Online“ v0m 24.05.2011 der Angeklagte Revision angekündigt.

„angereichert“ hatte die Berichterstattung der regionalen Presse über dieses Strafverfahren aufgegriffen, da einer der „Verteidiger“ des Angeklagten Prozeßbeobachtern dadurch aufgefallen war, daß er das Gericht mit Verweis auf das angebliche Fortbestehen des „Deutschen Reiches“ abgelehnt und “in langen Monologen” die Richter davon zu überzeugen versucht hatte, daß “wir keine Bundesbürger, sondern Reichsbürger sind”. Außerdem hatte er behauptet, daß der Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts Stuttgart ungültig sei, weil er in Loseblättern und nicht in gebundener Form existiere, was vom Vorsitzenden Richter “schmunzelnd” entgegen genommen worden sei.

Vermutlich war dieser „Verteidiger“ jedoch nicht mehr bis zum Schluß an dem Verfahren beteiligt, das im August 2010 begonnen hatte. Laut eines Berichts der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 23.12.2010 hatte das Gericht noch darüber beraten wollen, ob er „überhaupt Anträge in diesem Verfahren stellen darf“. Im Bericht der „Backnanger Kreiszeitung Online“ vom 24.05.2011 über die Urteilsverkündung werden nun lediglich zwei Verteidiger erwähnt, die einen Freispruch für den Angeklagten beantragt hatten. In der vorhergenenden Berichterstattung war noch von drei Verteidigern die Rede gewesen.

Zuvor zum Thema bei angereichert.

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Ein Kommentar zu Chronistenpflicht: Das „Deutsche Reich“ auf Koks

  1. Thierry van Weervekerke sagt:

    Komisch, daß die Zeitung berichtet: „Ins Gefängnis muss er vorerst nicht, wenngleich der Haftbefehl gegen ihn weiter besteht, aber gegen Meldeauflagen außer Vollzug bleibt.“ ( http://www.bkz-online.de/node/245975 )

    Dieser „Generalfeldmarschall“ mußte ins Gefängnis, beschimpft jeden Staatsdiener, der ihm in die Quere kommt „mit kaum zitierbaren Äußerungen“ und wird von dem ihm total verhaßten Staat auch noch in allen(!) Anklagepunkten freigesprochen. War seine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie auch nur eine geschickte Selbstinzenierung? Mich würde es am Ende gar nicht verwundern, wenn dieser „Generalfeldmarschall“ in Wahrheit vom Staatsschutz bezahlt wird, um die Reichsdeppen-Szene vorzuführen und da ordentlich rumzurühren.

    Wie ich in einem Schaffhausener Blog (http://www.schaffhausen.net/2011/06/feldmarschall-von-flue-rimpler-in-der.html) las, wird der „Preußengeneral“ in Kürze in Büsingen auftreten und dort eigenhändig die BRD-Schilder mit der Metallsäge abfräsen. Dann ist das nächste Medienspektakel ja wohl schon „angerichtet“ und dieser Rimpler kommt vor einen Schweizer Richter.

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