Das „Wunder-Amt“: die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf

Die Reichsideologen haben seit einiger Zeit eine neue Wunderwaffe im Kampf gegen die „BRD-GmbH“: die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und ein Aktenzeichen: 2 AR 355/10.

Am 5. Januar 2011 erließ die „Sowjetische Militärregierung“ in Berlin eine Verordnung mit dem sperrigen Titel:

„Verordnung über die Kommunikationswege der deutschen Gerichtsbarkeit, über die rechtlichen Folgen ihres Mißbrauchs in Zuständigkeit der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf als Behörde des Deutschen Reichs in Führung der Dienst-, Sach- und Fachaufsicht“

Darin…

Wie bitte? Nein, nicht im Januar 1945. Im Januar 2011.

Hm? Welche Regierung? Na, die „Sowjetische Militärregierung in Berlin – SMR, in der Britischen Besatzungs-Zone vertreten durch die Sowjetische Militärverbindungsmission und -inspektion in Deutschland“.

Wie? Von der haben Sie nie gehört?

Dann treiben Sie sich offenbar auf den falschen Internetseiten herum. Denn auf Internetseiten für Reichsideologen und Verschwörungstheoretiker, auf denen man teilweise noch den „deutschen Gruß“ pflegt, ist die Verordnung der „Sowjetischen Militärregierung“ bestens bekannt. Demnach gilt: wer Probleme mit bundesdeutschen Behörden hat, wendet sich einfach unter Angabe des Aktenzeichens 2 AR 355/10 an die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf – und schon sind alle Probleme gelöst. In Kommentaren eines einschlägigen Blogs gibt es positive Erfahrungsberichte über die Anwendung der Wunderwaffe. Selbst in qualifizierten Juristenkreisen wird sie als wirksam erachtet, geht man nach folgendem Kommentar:

Ich habe gerade mit meiner Tochter gesprochen, die Jura studiert, sie teilte mein erstaunen und meine Freude.

Dumm nur, daß die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf das ganz anders sieht:

Selbstverständlich habe die Generalstaatsanwaltschaft geprüft, ob es die behauptete Vorschrift gebe. Mit dem Ergebnis: Die Verordnung gibt es nicht. Das lasse man die Schreiber nun auch höflich wissen. Aber mit dem bestimmten Zusatz: „Damit beenden wir jeden Schriftverkehr“.

Mehr dazu im lawblog.

Die ursprüngliche Quelle des Textes scheint ein inzwischen gelöschtes Blog des Klaus Rimpler zu sein, besser bekannt als „Generalfeldmarschall Staat Preußen Niklaus von Flüe Rimpler“ oder kurz „GFM III Rimpler“. Ob dieser Unsinn auch auf ihn zurück geht, ist allerdings unklar.

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2 Kommentare zu Das „Wunder-Amt“: die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf

  1. snyder sagt:

    Aus den Kommentaren im lawblog:

    „Ein Verwaltungsgericht aus Hessen hat sich dann mal die Mühe gemacht, eine lückenlose Legitimationskette von der Staatsgründung durch Karl den Großen (!) bis heute nachzuvollziehen. Ist das nicht schön, das der Rechtsstaat auch Spinner ernst nimmt?“

  2. Uwe sagt:

    Ach nee, der Rimpler mal wieder.
    Diese Nuss wollte doch mal die Exklave Büssingen im Hegau annektieren.

    Seine tausend Mann wurden dann glaube ich durch schlechtes Wetter oder unterbrochene Bahnverbindungen aufgehalten.
    „He Klaus, deinem Kolegen Moltke wäre das Anno 70 aber nicht passiert!!“

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