Hausdurchsuchungen beim „Deutschen Polizeihilfswerk“

Die Leipziger Volkszeitung berichtete am 27.02.2013 online über die Durchsuchung von mehreren Objekten in Meißen und Umgebung, Zwickau und Brandenburg. Insgesamt waren 119 Beamte im Einsatz.

Die Durchsuchungen waren Teil der Ermittlungen gegen das „Deutsche Polizeihilfswerk“ (DPHW).

Auffällig geworden war das DPHW erstmals im November 2012, als Mitglieder dieser Gruppierung einen Gerichtsvollzieher angriffen: der Gerichtsvollzieher, der eine Zwangsvollstreckung durchführen wollte, wurde von 15 bis 20 “lärmenden Rechtsradikalen” umringt, die erklärten, er würde nunmehr “festgenommen”.  Die Männer hatten eine Art Kabelbinder dabei und versuchten, den Gerichtsvollzieher zu Boden zu ringen und zu fesseln. Zudem trug die Mehrzahl der Personen Uniformen, welche echten Polizeiuniformen bewußt ähnlich gestaltet waren. Anschließend wurde der Gerichtsvollzieher gehindert, das Grundstück zu verlassen. Nur durch das Eingreifen der “echten” Polizei konnte er aus dieser Situation befreit werden (angereichert berichtete).

Bei den Durchsuchungen am vergangenen Mittwoch wurden u.a. Uniformen, Computer und Schußwaffen sichergestellt. Gegen die gut zwei Dutzend Mitglieder der Organisation wurde ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet, heißt es in dem Bericht der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013. Zudem prüfe die Staatsanwaltschaft Dresden auch eine Verbindung der DPHW zur rechtsextremen Szene in Sachsen.

Der rechtspolitische Sprecher der sächsischen Landtagsfraktion der GRÜNEN begrüßt in einer Pressemitteilung vom 28.02.2013 die Aktion gegen das DPHW und warnt:

Dass bei der Razzia, wie Medienberichten zu entnehmen war, sogar Schusswaffen sichergestellt wurden, zeigt, dass es sich bei den sogenannten Reichsbürgern nicht nur um harmlose Spinner handelt, die mit verschrobener Rechtsauffassung ein bisschen Katz und Maus mit den Behörden spielen wollen.

Am 01.03.2013 berichteten auch die Potsdamer Neueste Nachrichten über die Durchsuchung, da im südbrandenburgischen Spremberg (Spree- Neiße) ein Objekt durchsucht wurde, in dem „mit Andreas und Kerstin K. zwei Köpfe der braunen Polizeitruppe“ wohnen.

In dem Beitrag ist von so genannten „Sicherheitsstammtischen“ die Rede, Informationsveranstaltungen, mit denen das DPHW neue Anhänger ködern will.

Am vergangenen Freitag war zum Beispiel in Haßleben ein solcher Stammtisch geplant, in der Gaststätte als „private Geburtstagsfeier“ angemeldet. Laut PNN.de standen die Behörden in Kontakt mit dem Inhaber der Wirtschaft, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Das DPHW versuche, in der Region Uckermark die Angst der Bevölkerung vor der „grassierende(n) Grenzkriminalität mit Diebstählen von Autos, Bau- und Agrarfahrzeugen“ auszunutzen, heißt bei PNN.de. Und weiter:

Tatsächlich wirbt die Truppe damit, jene Lücken zu schließen, die durch den Abbau bei der Polizei entstanden sind. Zugleich greift die Miliz auf typisch rechtsextreme Blut-und-Boden-Ideologie zurück. „Das DPHW entstand aus dem Volk heraus und wächst durch das Volk auf Deutschem Boden“, heißt es auf einem Flugblatt.

Die Veranstaltung am 01.03.2013 ist dann offenbar abgesagt worden. Auf der Internetseite des DPHW heißt es dazu lediglich: „fällt aus organisatorischen Gründen aus!“

Eine weitere Informationsveranstaltung am Samstag, 02.03.2013, im Altenburger Land fand zwar – mit 12 Teilnehmern – statt. Jedoch führte die Polizei hier rund um das „Veranstaltungsobjekt“ einen Polizeieinsatz durch. Ziel dieses Einsatzes  sei es gewesen, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu unterbinden bzw. zu verfolgen. Im Zuge des Einsatzes seien eine Straftat (Mißbrauch von Berufsbezeichnungen, Abzeichen) sowie eine Ordnungswidrigkeit (Nichtanmelden einer öffentlichen Veranstaltung) festgestellt und zur Anzeige gebracht worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Altenburger Land im Polizeireport des Internetportals „ABG-net.de“.

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3 Kommentare zu Hausdurchsuchungen beim „Deutschen Polizeihilfswerk“

  1. Uriso sagt:

    JAJAJA, bei den Reichis gab es mal wieder HAUSBESUCHE von der „echten“ POLIZEI, wurde auch mal wieder Zeit dafür.

  2. Uriso sagt:

    Hallo meine Freunde, ich habe gestern einen Beitrag des MDR über Peter Fitzek gesehen.
    http://www.mdr.de/exakt/koenigreich100.html

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