Zahl des Tages: 858

8% + x. So lautete angeblich das Wahlziel, das der Spitzenkandidat der Interim Partei Deutschland (IPD) in Schleswig-Holstein, Manuel Kraschinski, für die Landtagswahl am vergangenen Sonntag ausgegeben hatte. Es wurde knapp verfehlt.

Noch am Wahlabend bemühen sich die Vertreter/innen aller Parteien in der Regel, ihr jeweils erzieltes Ergebnis schönzureden und sich als Gewinner darzustellen. In Schleswig-Holstein ist dies nicht anders, auch wenn sich nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zumindest einige der sogenannten „kleinen“ Parteien (z.B. FDP, Die Grünen, SEDDie Linke) durchaus als Gewinner fühlen dürfen.

Ob sich allerdings auch die IPD als Wahlsieger fühlt, ist (noch) nicht überliefert.

Sie schaffte es bei ihrem ersten Auftritt bei einer Landtagswahl jedenfalls aus dem Stand von 0 auf 858.

Nein, nicht auf 858%!

Vielmehr haben 858 Wählerinnen und/oder Wähler ihr Kreuz bei dieser „Partei“ gemacht. Das wären 309 Menschen mehr als die IPD an Unterschriften anläßlich der Zulassung zur Landtagswahl eingereicht hatte.

Wer es lieber „hochprozentig“ mag: 0,1 % der abgegebenen Stimmen entfielen gestern auf die IPD.

Damit bildet die IPD abgeschlagen das Schlußlicht aller Parteien in Schleswig-Holstein, noch hinter der Rentnerinnen- und Rentnerpartei (RRP) mit 0,2 % der Stimmen (2464).

Aber gut. Für die IPD sind ja ohnehin alle Wahlen seit 1956 ungültig. Von daher…

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4 Kommentare zu Zahl des Tages: 858

  1. Willi sagt:

    Die 0,1% für die IPD sind ein bisschen schön gerechnet. Genau genommen waren es 0,053% der Wähler, die sich für die IPD entschieden haben. Ein Null vor dem Komma hatte ich ja erwartet. Aber noch eine Null dahinter? Um so besser.

  2. echt? sagt:

    Jede Machtübernahme beginnt mit dem ersten Schritt!

    Meint echt?

  3. Horst Himmel sagt:

    0,0537 Prozent, soviel Zeit muss sein.

    Übrigens: Nach Berechnungen des Sozialministeriums sind in Schleswig-Holstein derzeit rund 40.000 Menschen an Demenz erkrankt. Eine Hochrechung der DAK aus diesem Jahr ergab, dass 63.000 Erwerbstätige in Schleswig-Holstein schon einmal zu leistungssteigernden oder stimmungsaufhellenden Medikamenten, sprich zu Antidepressiva gegriffen haben. Laut einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover, Abteilung Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, kommen in Schleswig-Holstein auf 100.000 Einwohner 203 Plätze für psychisch Kranke in therapeutischen und pflegerischen Einrichtungen. Das wären derzeit etwa 5.753 Plätze. Das Statistische Landesamt verzeichnete für Schleswig-Holstein im Jahr 2007 1.020 Tote aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen und 348 Tote aufgrund „vorsätzlicher Selbstbeschädigung“. Nach vorläufigem Endergebnis haben bei der vergangenen Landtagswahl 858 Wähler ihre Zweitstimme der IPD gegeben. Die IPD feiert ihre phänomenalen Wahlsieg mit den Worten: „Ein toller Wahlkampf geht zu Ende, die IPD ist bei den Menschen angekommen.“ Fragt sich nur, was das für Menschen sind? Offensichtlich gibt es in Schleswig-Holtstein jedenfalls deutlich mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen als IPD-Wähler. Das beruhigt.

  4. uLLer sagt:

    0,0537 Prozent! Da sieht die Sache natürlich gleich ganz anders aus. Es kann nur noch weiter aufwärts gehen!

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