„Generalfeldmarschall“ vor Gericht

Ab dem 09.06.2011 steht der selbsternannte „Generalfeldmarschall Niklaus von Flüe Rimpler“ vor Gericht. Wegen „Beamtenbeleidigung“, wie es verharmlosend in der Überschrift eines Artikels der Rheinischen Post heißt.

Die Überschrift des Artikels der Rheinischen Post vom 28.05.2011 ist jedenfalls irreführend: „Beamtenbeleidiger vor Gericht“ heißt es dort.

Einen Tatbestand der „Beamtenbeleidigung“ gibt es jedoch nicht. So erstaunt es dann auch nicht, daß dem Angeklagten konkret folgende Straftaten vorgeworfen werden: Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung.

Gegen den selbsternannten „Generalfeldmarschall des Staates Preußen“ hat die Staatsanwaltschaft offenbar einiges Material gesammelt. Die Liste der Vorwürfe ist jedenfalls nicht gerade kurz. Im Artikel der Rheinischen Post ist unter anderem davon zu lesen, daß der 53jährige in den Jahren 2007 bis 2010 im Internet vor allem Beamte der Stadt Mönchengladbach, aber auch Verfassungsorgane „in übelster Form beleidigt und bedroht haben“ soll. Zudem sei er durch „Nazihass-Tiraden“ aufgefallen. Darüber hinaus habe der „GFM“ offenbar mehrfach den Holocaust geleugnet bzw. verharmlost. Mitarbeitern des Bundesverwaltungsamtes in Köln soll er im Internet Hochverrat und Spionage vorgeworfen und sie mit der Todesstrafe bedroht haben. Wie diese Todesstrafe vollstreckt wird, soll Rimpler einer Finanzbeamtin, die wegen seiner Steuerschulden Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen ihn eingeleitet hatte, per Fax mitgeteilt haben: „Tod durch Enthaupten“.

Darüber hinaus werde dem selbsternannten „Generalfeldmarschall“ – der sich mit einer „Bürgerwehr für Grundrechte“ Anhänger für seine kruden Thesen auch unter Hartz-IV-Empfängern suchte – vorgeworfen, am 29. Oktober 2009 unangemeldet im Dienstzimmer eines Verwaltungsmitarbeiters aufgetaucht zu sein und diesen „in unglaublicher Weise“ beleidigt zu haben, wie es in der Rheinischen Post heißt.

Es ist nicht das erste Mal, das Klaus Rimpler ein Gericht beschäftigt. Wegen versuchter Nötigung, Beleidigung und Kennzeichenmissbrauchs ist er in einem Strafbefehl bereits zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden, so die Rheinische Post.

Dem Artikel ist abschließend zu entnehmen, daß sich der Angeklagte derzeit offenbar in Untersuchungshaft befindet und auf den Prozeßbeginn am 09.06.2011 wartet.

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8 Kommentare zu „Generalfeldmarschall“ vor Gericht

  1. Willi sagt:

    Rimpler, das ist doch der, der in Büsingen am Hochrhein einmarschiert und das Dorf besetzt hat.

    Und jetzt steht er in NRW vor Gericht? Das wundert mich doch ein bisschen.

    Ich stand mal im Mailkontakt mit einem Wirt aus Büsingen, dessen Kneipe von Rimpler beschlagnahmt und zu seinem Regierungssitz umgewandelt worden war. Der Wirt wusste von dieser Beschlagnahme nichts. Für ihn war Rimpler lediglich ein Spinner, mehr nicht.

  2. im vorübergehen sagt:

    Danke für die immer wieder schönen, informativen und oft erheiternden Artikel. Was mich wundert ist, daß bis jetzt noch nichts von dem neu gegründeten Reich Germanit(i)en der JOH-NRW zu lesen war.
    http://www.schwaebische.de/region/biberach-ulm/laichingen/rund-um-laichingen_artikel,-Protest-Mitten-in-Westerheim-ist-Germanitien-_arid,5072359.html

  3. grtg sagt:

    Die Reichstypen sind inzwischen auch darauf aufmerksam geworden: http://anonym.to/?http://hintergruende2012.blogspot.com/2011/05/extremnews.html#comments

    (man beachte auch die Kommentare)

  4. Willi sagt:

    Germanitien ist so ne Sache. Zur Zeit streiten sich zwei Organisationen um die Namensrechte, und zwar die JOH NRW und die Ringvorsorge. Vor einiger Zeit waren beide noch einträchtig vereint, aber heute spielen sie mit harten Bandagen gegeneinander.

    Wer ist eigentlich der einzelne Bürger von Germanitien? Der Germanit? Germanit ist ein Mineral, das auf verschiedenen Stellen dieser Erde gefunden wurde, so in Afrika und in Südamerika, aber nicht in Deutschland. Ein Bestandteil dieses Minerals ist das Element Germanium.

    In meinem Blog hatte ich noch keine Gelegenheit, mich um die Germaniten zu kümmern. Ich hab momentan andere Probleme. Die JOH NRW hat mich zur Fahndung ausgeschrieben.

  5. Jemand, der offenbar zu viel Germanit im Kopf hat, ist beim FG Hamburg aufgeschlagen:

    http://rechtsprechung.hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?showdoccase=1&doc.id=STRE201175088&st=ent

    Auch der Einzelrichter dort kennt das Mineral und weist den Kläger, der u.a. mit einem (amerikanischen) SHAEF-Gesetz herumwedelt, außerdem darauf hin, dass Hamburg zur britischen Besatzungszone gehört hat.

  6. Pingback: 30.05.2011 KRR-Blog – “Generalfeldmarschall” vor Gericht « Generalfeldmarschall Staat Preußen

  7. Pingback: 10.07.2011 – Des Wahnsinns fette Beute (in: angereichert Das Blog zur „KRR“) « Generalfeldmarschall Staat Preußen

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