“Generalfeldmarschall” vor Gericht – Update 1

Seit dem 09.06.2011 steht der selbsternannte “Generalfeldmarschall Niklaus von Flüe Rimpler” alias Klaus Rimpler vor dem Amtsgericht in Mönchengladbach-Rheydt.

Unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung muß sich der „Generalfeldmarschall des Staates Preußen“ verantworten. Zahlreiche Taten werden ihm vorgeworfen, so die Leugnung des Holocausts, massive Gewaltandrohung gegen Verwaltungsmitarbeiter und Finanzbeamte und „wiederholte Nazi-Tiraden“. Zielfahnder des Landeskriminalamts haben Rimpler im April 2011 in Berlin aufgespürt und festgenommen. Seitdem saß er offenbar in Untersuchungshaft.

Bereits im Oktober 2010 scheint Rimpler in Haft gewesen zu sein. In einem Artikel der Rheinischen Post vom 10.06.2011 über den ersten Verhandlungstag (von insgesamt fünf geplanten) ist jedenfalls zu lesen:

Als man ihm im Oktober 2010 schließlich das Handwerk legte und er 30 Tage in Haft verbrachte, trat er in den Hungerstreik.

Aus dem Artikel der Rheinischen Post erfährt man einiges über die Biographie des „Generalfeldmarschalls“, wie dieser sie vor dem Amtsgericht erzählte. Dabei drückte Rimpler offenbar mächtig auf die Tränendrüse. Chemie und Philosophie soll er studiert haben, jedoch ohne Abschluß. Eine Ausbildung zum Industriekaufmann soll er absolviert haben. Als „Außendienstler für die AOK und die Innungskrankenkasse NRW“ soll er ebenso tätig gewesen sein wie bei einem „Investmenthaus an der Düsseldorfer Königsallee“. Nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin sei er jedoch „immer mehr in etwas“ verfallen, „das mittlerweile als ‚anhaltende Wahnstörung‘ diagnostiziert worden sei – ‚aber nicht als krankhaft oder gar gemeingefährlich'“, zitiert die Rheinischen Post den Angeklagten, der schließlich sogar „Besserung“ verspricht bzw. eher androht:

Er habe mittlerweile erkannt, dass sein damaliges Verhalten auf Mitmenschen „furchteinflößend“ gewirkt habe, daher werde er sich künftig bessern. Er strebe ein anspruchsloses Leben in Hostels an, wolle sich der Aufgabe widmen, dass endlich eine rechtsgültige Verfassung und ein Friedensvertrag zwischen Deutschland und seinen Kriegsgegnern zustandekommen.

Da dürften weitere Straftaten programmiert sein.

Der Artikel der Rheinischen Post erweckt zumindest den Eindruck, als habe Rimpler mächtig Kreide gefressen und setze nicht vollständig auf Konfrontation mit dem Gericht, wie es sonst in derartigen Prozessen üblich ist. Lediglich aus einer kurzen Passage geht hervor, daß Rimpler sich als „Reichsbürger“ sieht:

„Ich bin kein Personal der Bundesrepublik, sondern preußischer
Staatsangehöriger“

soll er bei der Feststellung seiner Personalien gesagt haben. Und Berlin ist für Rimpler offenbar die „Reichshauptstadt“.

Der nächste Verhandlungstag ist für den 21. Juni 2011 anberaumt.

Siehe bereits bei angereichert:

“Generalfeldmarschall” vor Gericht

Zum ersten Artikel der Rheinischen Post vom 28.05.2011.

Dieser Beitrag wurde unter Diverse Reichsregierungen, Neues aus dem Blätterwald abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu “Generalfeldmarschall” vor Gericht – Update 1

  1. ...nur im vorübergehen... sagt:

    Das Urteil:

    http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/moenchengladbach/nachrichten/freispruch-fuer-volksverhetzer-1.1318382

    Freispruch und Einweisung in eine Klinik zum Schutz der Allgemeinheit.

  2. Pingback: 10.07.2011 – Des Wahnsinns fette Beute (in: angereichert Das Blog zur „KRR“) « Generalfeldmarschall Staat Preußen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*