Ein Ausweisfälscher und ein rechtsextremer „Evangelist“

Wieder einmal wird es Zeit für einen Blick in die Presse. Diesmal geht es um einen Ausweisfälscher auf der A8 und um einen rechtsextremen „Reichsbürger“, der sich inzwischen als „Evangelist“ bezeichnet.

Posse auf der Autobahn

Über eine „Posse“ auf der Autobahn A8 berichtete „Merkur Online“ am 25.07.2011.

Anläßlich einer Polizeikontrolle zeigte ein Mann einen „Personenausweis“ vor, der ihn als Staatsangehörigen des „Deutschen Reiches“ auswies. Ausgestellt wurde der Scherzartikel von der „Freien Stadt Danzig“. Auch sein Führerschein sowie das Nummernschild seines Audis stammten von der „Freien Stadt Danzig“.

Während die Polizeibeamten den „Reichsbürger“ kontrollierten, griff dieser beherzt zum Handy und trat mit dem „Senator“ der „Freien Stadt Danzig“ in Kontakt. Dieser beschwerte sich bei den Beamten. Doch persönlich zur Polizeistation wollte der „Senator“ nicht kommen. „Merkur Online“ zum wahrscheinlichen Grund:

„Grund hierfür dürfte sein, dass dem ,Senator’ bekannt ist, dass die deutschen Strafverfolgungsbehörden in anderer Sache ein gesteigertes Gesprächsbedürfnis mit ihm haben“, teilte die Polizei süffisant mit.

Das „Einwohnermeldeamt“ der „Freien Stadt Danzig“ habe laut „Merkur Online“ seinen Sitz in Coburg. Dort könne man „Reisepässe (150 Euro) und Gewerbeanmeldungen (25 Euro)“ bestellen.

„Alles natürlich großer Schmarrn“, schlußfolgert der Autor des Textes ganz richtig. Ob sich allerdings der 45jährige „Reichsbürger“große Sorgen wegen des im Artikels angekündigten Verfahrens „wegen mehrfacher Urkundenfälschung“ machen muß, darf bezweifelt werden.

Nicht zu glauben: Ein rechtsextremer „Evangelist“

Unter Berufung auf eine offensichtlich falsch verstandene „Glaubensfreiheit“ versuchen einige Rechtsextremisten seit einer Weile, Strafverfahren entgegenzutreten, die ihnen zum Beispiel wegen der Verbreitung volksverhetzenden Pamphlete, in denen insbesondere gegen Juden gehetzt wird, ins Haus stehen. Horst Mahler zählt unter anderem hierzu, aber auch Christian Bärthel.

Letzterer ist in der Szene der „Reichsdeutschen“ kein Unbekannter und fährt die Schiene des frömmelnden Volksverhetzers inzwischen so dreist, daß er sich vermutlich schon selbst… glaubt.

Bärthel meldet sich immer mal wieder mit „Rundbriefen“ zu Wort, macht ansonsten aber auch durch Strafverfahren auf sich aufmerksam, die gegen ihn geführt werden.

Der Rechtsextremist war unter anderem 2007 vom Landgericht Gera wegen Volksverhetzung u.a. zu einer Haftstrafe von 10 Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, und 150 Sozialstunden verurteilt worden. Seine damalige Wahlverteidigerin war die Rechtsextremistin Sylvia Stolz, Lebenspartnerin Horst Mahlers und unter anderem dafür bekannt, einen Schriftsatz mit „Heil Hitler“ unterzeichnet zu haben (siehe zum damaligen Verfahren gegen Bärthel „Endstation Rechts„). Wegen Beleidigung war Bärthel im Januar 2010 in einem Berufsungsprozess vom Landgericht Gera zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 15 EUR verurteilt worden. In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Gera noch eine Bewährungsstrafe von 4 Monaten verhängt.

Gestern berichtete „Welt online“ über Christian Bärthel – der sich inzwischen selbst als „Evangelist“ bezeichnet – und seinen neuesten vermeindlich „frommen“ Akt.

Der Rechtsextremist plant, einen „Gottesdienst“ durchzuführen.

Nicht irgendwo, sondern in Wunsiedel, aufgrund des dort bis vor kurzem befindlichen Grabes des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß eine Neonazi-Pilgerstätte.

Dieser Beitrag wurde unter Neues aus dem Blätterwald abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*